Bio Bauernhof von Familie Wyss in Beinwil / SO, Schweiz
Beinwil - Es wird angenommen, dass das Dorf den Namen von einem Alemannen mit Namen "Benno" erhalten hat. Aus dem Bennowil wurde dann im Laufe der Zeit Beinwil.
Erste Belege, dass das Tal der Lüssel bewohnt war, stammen aus dem 15. Jahrhundert. Es gab da schon eine stattliche Anzahl von Höfen entlang des Tales. Damals gab es noch keine dauerhaft bewohnten Höfe auf den Berghöhen. Beim Joggenhus liegt der grösste zusammenhängende Siedlungskomplex des ganzen Beinwilertales. Es umfasst seit Jahrhunderten schon das Joggenhus selber, das Gasthaus Reh und auf der anderen Seite der Lüssel die Hammerschmide, welche erstmals 1693 erwähnt wird. In der zweiten Hälfte des 20. Jhs. kamen einige Wohnhäuser gegenüber dem Reh hinzu und in neuester Zeit das Postgebäude unterhalb des Hofes Joggehus.
Viehzucht und Alpwirtschaft waren laut Belegen aus dem 16. Jh. die einzigen Nahrungszweige der Talbewohner. Es war aber wegen der langen Transportwege damals gar nicht möglich, die verderblichen Güter in grössere Gemeinden zu transportieren. Deshalb wurde die Milch an Ort und Stelle in den Berghöfen zu Geisskäse verarbeitet. Geisskäse wurde aber nicht aus Ziegenmilch hergestellt, sondern wurde wegen seiner kleinen Grösse so genannt. Im 19. Jh. brachten die Sennen jeden Donnerstag ihren Geisskäse ins Neuhüsli. Im 20. Jh. ging das Käsen in Beinwil verloren. Erst seit neuester Zeit wird im Joggenhus, auf biologischer Basis, wieder Käse hergestellt. Jetzt aber echten Geissenkäse und zusätzlich noch Kuhkäse.
Wer schon einmal etwas von Beinwil gehört hat, hat auch Kenntnis davon, dass da mal ein Kloster gewesen ist. Als Gründungsjahr wurde 1085 genannt, als vier Grafen aus dem Elsass dem Abt Wilhelm von Hirsau das Land anboten. Die ersten Benediktiner-Mönche kamen anfans des zwölften Jhs. ins Beinwilertal. Das Kloster wuchs kräftig an. Im Besitze des Klosters waren zeitweise 60 Ortschaften. Am 12. November 1648 wurde das Kloster nach Mariastein verlegt.
Bis zu diesem Zeitpunkt war aber viel Leid über die einsame Gegend gekommen. Zwar hatte das Kloster immer wieder Kastvögte, die das Kloster beschützen sollten, wenn aber die feindliche Übermacht zu gross war, mussten sie machtlos dem unheilvollen Spiel zusehen. 1415 fassten die Solothurner nördlich des Passwangs Fuss und traten mit dem Kloster in Verbindung. 1444 kamen die Solothurner über den Passwang und drangen ins Elsass ein. Die Elsässer schlugen zurück und verwüsteten 1445 die Dörfer im Lüsseltal. Das Kloster ging in Flammen auf und sämtliche Bücher wurden leider vernichtet. In diesen grauenvollen Jahren ist wohl auch das kleine Frauenkloster im Möschbach eingegangen. Das Verhältnis zu Solothurn wurde besser gepflegt um vor neuen Überfällen besser geschützt zu sein. Als 1519 der letzte Thiersteiner Graf starb, ging Beinwil an Solothurn über.
Weil die Verhältnisse in Beinwil zu armselig waren, dachte man ab 1633 daran, das Koster nach Oberdof bei Solothurn zu verlegen. Da Oberdorf damals noch zum Bistum Lausanne gehörte, weidersetzte sich der Abt des Bistums Basel einer Verlegung.
Einst war auch eine Bahn durch den Passwang geplant. Wie wäre es wohl heute mit der Ruhe, wenn Beinwil an der internationalen Strecke Paris - Mailand liegen würde?
Die Beinwiler im Lüsseltal sind rar geworden. Viele sind dankbar, dass sie in der Lüsseltaler Industrie ihren Verdienst finden und am Abend zu ihren Familien zurückkehren können. Die Landflucht hat nachgelassen, jetzt zeichnet sich eine Stadtflucht ab. Mancher Stadtbewohner hat auf seinen Spaziergängen entdeckt, wieviel schönes es in den Bergen und Tälern zu finden gibt.
Auszüge und Zusammenstellungen aus den Büchern:
Landschaft als Schicksal, von Albin Fringeli
Die Hohe Winde, Geschichte und Geschichten von Hanspeter Richterich und Markus Gasser