Bio Bauernhof von Familie Wyss in Beinwil / SO, Schweiz
"Obiit Mechthilt Bumans de hofstetten" ist der erste Eintrag in einem Jahrzeitenbuch aus dem 14. Jahrhundert, welcher auf das Gut des heutigen Joggehus hindeutet. Weitere Einträge findet man 1480, wo der Hof "Claus Hafners Hof" genannt wird, 1489 in einem Lehnbrief des Abtes von Beinwil an einen Hans Flury für 20 Jahre, sowie in einer ersten ausführlichen Nachricht vom 18. November 1532, über den Besiedlungsstand im Unterbeinwil, welche die Solothurner Regierung im Namen des Klosters Beinwil durchgeführt hat.
Ab 1626 wurde der Hof Misteligut genannt. Fast 200 Jahre herrschte Namens-Kontinuität. Die damaligen Besitzer stammten alle aus der Misteli-Familie. Noch anlässlich der Versteigerung des Hofes 1876, wurde der Hof "Misteligut" genannt. Das Misteligut ging 1876 an einen Jeger aus Meltingen. Der Name Joggenhus tauchte im selben Jahr das erste Mal auf und blieb dem Haus und dem ganzen Gut bis heute erhalten. Im Name Joggenhus ist der Kosename Jakob enthalten. Möglicherweise gedenkt man an dieser Stelle dem Erbauer des stattlichen und für diese Gegend aussergewöhnlich grossen Bauernhauses.
Das Joggenhus ist mit Sicherheit eine der ältesten Siedlungsstellen in Beinwil. Die Wohngebäude des alten "Hof zu Hofstetten" standen an dieser Stelle. Im 16. Jh. umfasste dieses Gut praktisch das gesamte Unterbeinwil. Über Jahrhunderte waren das Joggenhus und das Restaurant Reh zusammen ein einziges Gut. Lange Zeit gehörte auch noch das Untersagenguet und die Untere Sagi dazu. Im 19. Jh. wurde das Gut in Joggenhus und Wirtschaft getrennt. Ab 1975 pachteten wir das Joggenhus. In all den Jahren als Bauern- und Pächterfamilie hatten wir immer wieder das Gefühl, "das kanns nicht auf die Dauer sein". Neue Ideen mussten her. Die Umstellung auf Bio war ein möglicher Lösungsansatz, den wir dann auch wagten. Seit ein paar Jahren sind wir ein zertifizierter Biobetrieb - SCES 006 von BioSuisse. Die Umstellung auf Bio hat uns viel Kraft gegeben, aber auch die Erkenntnis, nicht nur in die richtige Richtung zu blicken, sondern auch den richtigen Weg zu gehen.
Auszüge und Zusammenstellungen aus den Büchern:
Landschaft als Schicksal, von Albin Fringeli
Die Hohe Winde, Geschichte und Geschichten von Hanspeter Richterich und Markus Gasser
